Herzlich Willkommen


Liebe Besucher !
Euch und allen anderen, die nicht in meiner kleinen Buchbinderwerkstatt vorbeischauen können, habe ich dieses Blog gewidmet.
Ihr findet darin Aktuelles aus meiner Buchbinderei, Momentaufnahmen derzeitiger Restaurierungsarbeiten und was mir sonst noch so alltägliches im Kopf herumschwirrt.

Meine Kursangebote findet Ihr hier: Bubi-Kurse
Viel Spaß beim Stöbern!

Freitag, 12. November 2010

Niemals...

           ... hätte ich gedacht, daß ich doch immer wieder etwas zu bloggen habe.
Also freut Euch, heute gibts echt viel!
Zuerst möchte ich Euch mein 2. Werkstatt-Christkindl vorstellen:

Ein tolle, aber verdammt schwere Spindel-Tischpresse. Auf die mußte ich fast 30 Jahre warten!
Als ich mir in *jungen Jahren* (20) eine gebrauchte Spindelpresse leistete und somit den Grundstein für meine eigene kleine Werkstatt legte, bekam ich eine neue, etwas laienhaft hergestellte Tischpresse, die zwar recht schwer war ( geschätzte 80 Kilo) aber auch wackelig wie ein Kuhschwanz. Trotzdem, sie hat funktioniert und wir haben uns im Laufe der Zeit aneinander gewöhnt.
Da muß ich also 50 Jahre alt werden um eine Original Presse zu verdienen :-). Heute habe ich sie eingeweiht und zwar mit einer Extremarbeit - aber dazu später.

~~~~~~~~~~~~~  Arbeit  ~~~~~~~~~~~~~~~~


Mit der Anfertigung eines Restaurierungsberichtes habe ich nun einen Auftrag abgeschlossen. Hier ein paar Vorher- Nachherfotos von zwei Büchern aus dem Jahr 1763 und 1765:






Ein Titelschild mußte ich von Hand schreiben, das andere war noch im Original erhalten:


Der Einband wird nach dem Wunsch des Kunden gefertigt. In diesem Fall sind es angeschrägte, 5 mm dicke Buchdeckel mit Rohhalbleinen überzogen. Immer noch ist es etwas abenteuerlich einem, in sich schiefem Buch einen geraden Einband zu verpassen!






Achtung!!!!!
Und nun, für die Hartgesottenen unter Euch ein kurzer Blick auf meine nächste restauratorische Arbeit:


.....  die ersten zwei Blätter sind schon mal bearbeitet:



Ich arbeite hier im Nassen, mit  Folie als Trägermaterial auf Glasplatte.
(Sowas läßt sich  schlecht fotografieren, besonders wenn künstliches Licht dabei ist.)
Die Blätter werden zuerst einzeln in heißes Wasser gelegt um den den Dreck auszuwaschen. Anschließend ergänze ich mit einem japanischen Papier die fehlenden Stellen , wobei dieses Papier ein paar Millimeter über die Blattkante des Originals reicht. Das reisse ich so mit den Fingerspitzen oder mit dem Skalpell aus dem nassen Papier. Die kleinen Löcher werden mit Pinzette und Papierfaser gestopft.... einzeln.
Wenn ich dann auf diese Weise das Blatt wieder vollständig habe, wird selbiges zwischen zwei Lagen hauchdünnes, ebenfalls japanisches Papier ( nur 4 gr/qm !) mit Weizenstärke geklebt. Dadurch wird es wieder fest. Dann kommt dieses *Sandwich* zwischen zwei Gewebefolien und zwei Holzpappen in die Presse.
Am nächsten Tag werden dann die Holzpappen durch Filzkarton ersetzt und diese drei Tage lang ausgewechselt. Dann ist der restaurierte Blatt-Rohling fertig und kann geschnitten werden - wieder von Hand.
~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~
So und jetzt quäle ich Euch nicht mehr weiter mit dem Fachgesimpel, sondern zeige Euch zu guter Letzt noch eine süße, lieb gemeinte, aber laienhafte Restaurierung eines alten Einbandes:




Farblich abgestimmter Faden hält den Buchrücken fest. Das ist allemal besser als Tesa, Paketklebeband, Pflaster, Uhu, Patex und selbstklebende Klarsichtfolie!

Glaubt mir, ich spreche da aus leidvoller Erfahrung!
So, Ihr seid erlöst..... ab ins Wochenende :-)



Kommentare:

  1. bin beeindruckt, carlos

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