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Mittwoch, 26. Januar 2011

Eselsohren...

..... habe ich jetzt 3 Stunden lang bearbeitet.

 Wußtet Ihr, daß es sehr viele Arten von Eselsohren gibt?

Aus aktuellem Anlass stelle ich Euch nun ein paar Varianten vor :
Da gibt es die einfache, nach hinten oder nach vorne gefaltete Art - die jeder kennt - einmal vor und einmal nach der Behandlung:

Dann gibt es das doppelt parallel gefaltete Ohr:

 und das doppelt im Winkel gefaltete:

Das über die Ecke quergefaltete Ohr und das über die Seite quergefaltete Ohr. Letzteres sind fiese Ohren, weil sie die Seite beschädigen:

Das gerollte Ohr:


Und das gemeinste Ohr, das zerfledderte :
- entfaltet - ergänzt.

Natürlich sind das jetzt nicht alle Eselsohr- Varianten.... aber vielleicht die gebräuchlichsten.
Obwohl ich gestehen muß, daß meine selbstgemachten Eselsohren gaanz anders aussehen. Eher so längs über die Seite, nach oben überstehend......

Diese Ohren haben alle ein gemeinsames Schicksal: sie sind vom Aussterben bedroht!! Denn wenn sich die digitale Welt so weiterentwickelt und die Bücher als Gebrauchsgegenstände abgeschafft werden........................................ ;-)

Kommentare:

  1. Das ist ja superinteressant! Ich wußte gar nicht wie vielfältig diese exotische Spezies sein kann! Allerdings finde ich E-Ohren immer total schrecklich, sowas macht man einfach nicht. Die armen Bücher!!!!
    Aber aussterben werden hoffentlich die einen, wie die anderen nicht, also Bücher und Ohren!
    LG Heike
    von Made-by-May

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  2. Ja, gell! Ich dachte mir auch: darüber MUSS man einfach mal berichten ;-)

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  3. *g* Also das hab ich auch noch ie bedacht, daß es verschieene Eselsohren gibt... aber jetzt, nachdem ich Deine Bilder gesehen habe... logo, kommen mir alle bekannt vor :-))

    Aber mal ehrlich... Bücher werden doch wohl hoffentlich NIE aussterben.. die doofen Eselsohren dagegen dürften das ruhig.... Nur DEINES hier nicht :-))

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  4. Liebe Jeanie,
    ich glaube das eine geht ohne das andere nicht.
    "Mein Eselsohr" ist noch jung und frisch, das bleibt euch noch ein wenig erhalten und wird nicht "ausgebügelt" ;-)

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  5. Sehr interessante Sich auf die Spezies "Eselsohr". Ich bin zwar kein Befürworter des Ausrottens dieser Art, würde mich aber dennoch für die restauratorische Beseitigung des einen oder anderen Vertreters interessieren. Wie bekomme ich die denn aus dünnem und schon sprödem Holzschliffpapier dauerhaft heraus, das ich wegen Tintenbeschriebes nicht komplett nass behandeln kann. Die betroffenen Stellen könnte ich aber wohl nass verarbeiten. Geht so etwas nur nass?

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    1. also wenn es das Papier trotz Holzschliff noch aushält reicht es, wenn man die Knickstelle etwas anfeuchtet und dann mit einer Art Lötkolben mit Glättschuh, nicht heißer als 90°Grad *drüberbügelt*.
      Ich habe den Lötkolben von GMW ( siehe rechtsunten: Einkauf / Restaurierungsbedarf).
      Falls das Papier zu schwach ist, kann man auch ergänzen -ähnlich wie beim Herrn Stinker- mit etwas Kleister und Lötkolben.Ist aber eine eigene Technik.
      Bei Bedarf mailst mir halt.

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    2. Mit Hitze geiseln... Hm, da kommt man wohl nicht um eine Investition in einen regelbaren Heizkolben herum. Da hab ich mir schon mal einen Überblick verschafft. Und das alles wegen ein paar Knick-Ecken ;-)) Ich werde zunächst mal versuchen, ob es irgendwie möglich ist, einen Lötkolben für soetwas umzufunktionieren. Danke für die Antwort.

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  6. Wenn Du nur alle "Heilige Zeiten" mal ein Eselsohr ausbügeln willst lohnt ein Lötkolben nicht. Versuch es mit leicht anfeuchten und fest pressen zwischen Backpapier und Holzpappe.

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