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Euch und allen anderen, die nicht in meiner kleinen Buchbinderwerkstatt vorbeischauen können, habe ich dieses Blog gewidmet.
Ihr findet darin Aktuelles aus meiner Buchbinderei, Momentaufnahmen derzeitiger Restaurierungsarbeiten und was mir sonst noch so alltägliches im Kopf herumschwirrt.

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Sonntag, 10. Juni 2012

Öde....

 ...... ist es irgendwie schon, wenn man über 1000 Seiten einzeln durchblättert und nach Eselsohren, Rissen oder Fehlstellen sucht.  
 Da könnte man gut nebenbei mit den Kollegen plaudern... wenn denn welche da wären. Aber da ist niemand, also hört man nebenbei Musik....
 ( Klaviersonaten, schöne, ruhige, damit man nicht schon bei Seite 200 versucht ist durchzudrehen) 
....und führt mit seinem Kopf ein intensive Diskussion:
"Fachsimpel".
Diese alten Verklebungen kleben nicht mehr:
 ...... keinerlei Spuren von Leim. 
Was könnte das für ein Kleber gewesen sein? Einer der sich völllig auflöst in, sagen wir mal, unter 100 Jahren? Das verwendete Papier ist übrigens top in Ordnung. Nicht brüchig, nicht vergilbt. Muß eine hervorragende Qualität sein - auch wenn sie vermutlich Leim frißt. Das würde die fehlenden Spuren erklären ;-).

Eselsohren:
.... ja ja, das Thema hatten wir schon hier . Dem ist nichts mehr hinzuzufügen.
Risse:
 .... ein super Material ist das hier:


 leider geht das mir nach fast 10 Jahren inzwischen aus.
 Ich weiß nicht wie es genau heißt noch und wo es das gibt. Läßt sich bestimmt noch rausfinden. Ich hatte Reststücke von einem Kollegen bekommen....
(Damit ließen sich auch hervorragend diese dünnen Pergaminpläne der Architekten restaurieren!).
Nicht nur Risse, auch Fehlstellen sind  zahlreich vorhanden:
 
 und da ich desswegen nicht das ganze Exemplar zerlege wird mit dem Lötkolben restauriert. Eines meiner wichtigsten Restaurierungswerkzeuge: 
 Funktioniert wunderbar ... man braucht eben nur genügend Sitzfleisch, das richtige Material natürlich und etwas Geduld.
In der Restaurierung ist  Kollege Geduld immer dabei:-)
~~~~~~~~ 
 Zwischenzeitlich warte ich auf das bestellte Leder für den Einband. 
Ziege  Rind, anillingefärbt.
Da freu ich mich irgendwie drauf.

Kommentare:

  1. Das ist ja wieder wirklich ein tolles Projekt. Und die bebilderten Einblicke in Deine Arbeit sind Spitze. Kann man viel von lernen...
    fehlende Leimrückstände: was die früher schon drauf hatten... das nenne ich mal rückstandslos reversibel. Schade nur, dass dieser Zustand ohne weiteres Zutun eintritt :-))
    Willst also nicht neu heften und verwendest die alten Bünde auch an den Verbindungen zu den Deckeln?

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    1. Genau. Da die Heftung noch oki ist - mit Ausnahme an den ersten und letzten paar Lagen - bleibt sie erhalten und die alten Bünde sind ja auch noch stabil genug um neue Verbindungen eingehen zu können.

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