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Euch und allen anderen, die nicht in meiner kleinen Buchbinderwerkstatt vorbeischauen können, habe ich dieses Blog gewidmet.
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Sonntag, 24. August 2014

Ein alter Jude...

..... landete heute unerwartet in meiner Werkstatt:
Die Bezeichnung " Jude" hat in der Buchbinderei eine lange Tradition und ist in keinster Weise rassistisch zu deuten! Als Juden bezeichnet man ein Buch, welches verkehrt herum in den Einband geklebt wurde. Man müßte also, ausgehend vom Einbanddeckel, das Buch von hinten nach vorne lesen. So wie es seit eh und je bei hebräischen Schriften der Fall ist.
Für mich stellt sich nun die Frage, soll ich bei der Restaurierung des Einbands aus  buchhistorischer Sicht diese Eigenheit nun ändern oder nicht? Denn genauso wie ich die alten Schnittkanten eines Buches nicht nachschneide da diese zur eigenen Historie eines Buches gehören, sollte ich eigentlich den Einband wieder so anfügen wie er gewesen ist..... eigentlich.
 Der Auftrag ist nicht eilig, also überlege ich noch.

Kommentare:

  1. Oh,gute Frage... aber der Titel steht doch auch auf dem Kopf??Oder hat mal jemand den Vorderdeckel andersrum angeklebt ? Womöglich mit Klebeband?
    Was meint denn der Kunde? Ich würde es so wieder einhängen,aus historischem Erhaltungsdrang.LGKatja

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  2. Ja, der Titel steht auf dem Kopf.... wohl eine jüdische Variante oder so.
    Dem Kunden ist es egal wie es gebunden wird, Hauptsache benutzbar und so werde ich die historische Variante wählen.... glaub ich.

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  3. ich bin gespannt wie du dich entscheidest.

    Lieber Gruß von Heidi-Trollspecht

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  4. Wäre es denkbar, dass jemand den Buchrücken nachträglich andersherum draufgeklebt hat, damit er mit dem Buchblock übereinstimmt, also das Buch wenigstens richtig im Regal steht? Ich würde es richtigherum binden, weil ich denke, dass man die Fehler der Kollegen nicht unbedingt wiederholen muss. Und dem Kunden sagen, dass es das Buch für wenige Euro in gutem Zustand antiquarisch gibt. Naja, manchmal hängt das Herz ja an genau diesem Buch, dann ist es gut, soviel Arbeit reinzustecken.

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    1. Ja, zwischen dem ideellen und dem materiellen Wert liegen oft Welten!

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