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Montag, 11. Mai 2015

Hilfsmittel selbstgemacht (1)

In loser Folge stelle ich Euch hier einige kostengünstige Lösungen vor, mit denen Gelegenheitsbastler, preisbewusste und vorsichtige Hobbybuchbinder und -innen und solche die es werden wollen, die Zeit bis zur "professionellen Reife" gut überbrücken können.

Den Anfang macht mein "Puddingleim", ein sogenannter Kaschierleim, den man zum Überziehen von Karton und Pappe  mit Stoff, Papier oder Leder verwenden kann.
Die Zutaten hat man meist eh zuhause, die Zubereitung ist einfach.
Hier erstmal  ein Grundrezept:
Man nehme zwei gehäufte Teelöffel Kartoffelstärke (Speisestärke) und verrühre sie mit ein 1,5 Tassen kaltem Wasser. Diese milchige Lösung lässt man unter ständigem Rühren einmal aufkochen bis sie anfängt einzudicken und etwas glasiger wird. Abkühlen lassen.
 Dann mit etwas kaltem Wasser, etwa 5 Esslöffel waren es bei mir, am besten  mit einem Pürierstab zu einer glatten Masse vermengen. 
5 Esslöffel Holzleim dazu und fertig ist der Leim.
Haltbar ist er etwa 2 Wochen im Kühlschrank. Wenn er anfängt wässrig zu werden, oder gar zu stinken, dann weg damit.
Nun kommen die Variationen:
Statt der gewöhnlichen Speisestärke kann man auch Weizen- oder Reisstärke verwenden. Mit Maisstärke habe ich es noch nicht versucht.... die fehlt in meinem Haushalt :-).
Wem die Kocherei zuviel ist, der kann sich auch Tapetenkleister anrühren und den dann mit Holzleim mischen.
Das Mischungsverhältnis kann man je nach Bedarf verändern. Soll der Leim möglichst schnell trocknen, gibt man mehr Holzleim hinzu.
Der Holzleim hat eine leicht konservierenden Effekt der verhindert, dass der Leim innerhalb kürzester Zeit kippt. Auch die Verwendung von destilliertem Wasser erhöht die Haltbarkeit.
Wer trotzdem eine noch längere Haltbarkeit will, der füge dem Stärkepulver eine
2:3 Mischung von Nipagin und Nipasol zu. Diese Mittel werden zur Konservierung von Lebensmittel und Kosmetika verwendet und sind in der Apotheke käuflich.
 Aber unbedingt nötig sind sie nicht!

Kommentare:

  1. Tolle Idee, einmal Hilfsmittel zu veröffentliche. Da bin ich ja mal gespannt. Ein Hinweis zum Stärkebrei: Ich lasse die Stärke in kaltem Wasser einsinken und gieße dann unter Rühren das kochende Wasser dazu. Das ergibt einen feinen puddingartigen Brei, den man nicht mehr glatt rühren muss.
    Liebe Grüße
    Christine

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    1. Ja, auf diese zweite Art stelle ich auch oft Leim her - besonders den aus Weizenstärke. Angeblich soll aber durch das Aufkochen die Klebekraft und die Haltbarkeit verbessert werden. Abgekühlt dickt der Leim bei beiden Varianten etwas ein.
      Also am besten nimmt man das Kochrezept mit dem man am besten zurecht kommt ;-)

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