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Euch und allen anderen, die nicht in meiner kleinen Buchbinderwerkstatt vorbeischauen können, habe ich dieses Blog gewidmet.
Ihr findet darin Aktuelles aus meiner Buchbinderei, Momentaufnahmen derzeitiger Restaurierungsarbeiten und was mir sonst noch so alltägliches im Kopf herumschwirrt.

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Mittwoch, 25. Oktober 2017

Was ein alter........ (Ende)

......... Bucheinband so erzählen kann.
Letzter Teil.
Ganz zum Schluß verrät der alte Bucheinband noch, dass der letzte Handwerker, der vor mir an diesem Buch gearbeitet hat, einen Pinsel mit schwarzen Borsten benutzte:
Und was verrät das Buch in 100 Jahren
über meine Arbeit?
Ich habe die ursprüngliche Heftung auf eingesägter Schnur:
durch eine Heftung auf Band ersetzt, denn so läßt sich der Buchblock schöner und weiter öffnen.
Für die Vorsätze wurde ein Büttenpapier mit eingegossenen Fasern verwendet und der sogenannte Spiegel (= Innenseite der Deckel) doppelt kaschiert, um die Einschläge und das Heftband optisch unsichtbarer zu machen.
Zur Verstärkung im Falz habe ich weißes, unkaschiertes Gewebe benützt.
Die Deckel bestehen aus maschinengefertigter Pappe, die aus Altpapier gemacht wurde. 

(Dies alles wird man nachprüfen können und ich mag gar nicht daran denken, welche Giftstoffe man in dieser Pappe finden wird!)
Aus dem ursprünglichen Pappband
 - nur mit Papier überzogen:
wurde ein handwerklicher, robusterer Ganzleinenband, überzogen mit den Fragmenten des ersten Papierüberzugs:
Alle Teile aus dem zerlegten Originaleinband bekommt natürlich der Kunde:
~~~~~~~~
Und vielleicht findet man in 100 Jahren auch ein einzelnes Haar von mir, irgendwo mit eingeklebt, und wird nach genauer Analyse das feststellen was ihr, liebe Leser, schon längst wisst:
weiblich, 58 Jahre alt.....
.....ich verzichte auf die Liste sämtlicher nachweisbarer Krankheiten;-)....!

Kommentare:

  1. Huch,so habe ich das noch gar nicht betrachtet !! Aber die alten Papierfragmente so aufkleben,das finde ich auch schön.So sieht man ,wie es einmal aussah,trotzdem ist es ein stabiler Einband.Aber ich fürchte,in 100 Jahren gibt es keine Buchbinder mehr...LGKatja

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    1. Stimmt. Sicher gibt es bis dahin keine gelernten Buchbinder mehr - aber chemische Labors und Prüfverfahren. :-) Und die Digitalisierung wird wohl auch noch eine große Rolle spielen.... nach mir die Sintflut ;-)!

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  2. Danke für die interessanten Informationen - und auch für die Bilder dazu.
    Ich bewundere deine Arbeit. Das muss ein schönes Gefühl sein, wenn du so einem alten Buch ein weiteres und so wertvolles Leben schenkst.
    Vielleicht solltest du absichtlich ein Haar im Buch hinterlassen ;-)

    Herzliche Grüße von Heidi-Trollspecht

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