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Euch und allen anderen, die nicht in meiner kleinen Buchbinderwerkstatt vorbeischauen können, habe ich dieses Blog gewidmet.
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Freitag, 19. Juni 2020

80 x 60 x 20 ....

.... lauten die Model-Maße meiner größten Schachtel die ich je gebaut habe.
Da ist viel Kreativität gefordert, besonders wenn man mitten in der Arbeit merkt:
1) ... dass der eigentlich völlig plane Tisch gar nicht so plan ist wie er sein sollte und man dann - alleine in der Werkstatt - nicht nur wegen des Formats zu kämpfen hat sondern auch noch mit dem Zusammenfügen der Kastenteile.
2) .. dass für die Innenauskleidung das dafür vorgesehe Papier gar nicht in der richtigen Laufrichtung vorrätig ist. (Ihr wißt schon, "Laufrichtung" ist das woran die meisten Laien verzweifen und selbst der Profi manchmal Unachtsamkeitsfehler macht).
3) .... dass man nur zwei Hände und Arme mit einer begrenzten Länge hat, aber eigentlich mind. drei davon bräuchte.... wenn' s geht 20 cm länger.

 Ein paar Arbeitschritte habe ich für Euch festgehalten:
für diese Größe und dem damit verbundenen Gewicht  sind meine üblichen 2,5 mm dicken Pappen natürlich viel zu schwach. Also heißt es verdreifachen und entsprechend fixieren:

Das Überziehen der Außenfläche war problemlos.
Der Boden innen allerdings hatte seine Tücken.
Weil ja das dafür vorgesehen Papier die falsche Laufrichtung hatte gab es nur zwei Möglichkeiten:
entweder ich überziehe einen extra Karton in der passenden Laufrichtung mit dem Papier und klebe das Ganze dann nur punkturell ein - damit sich nicht der ganze Boden der Kiste verzieht, oder ich klebe ganzflächig einen weißen Fotokarton, der die richtige Laufrichtung hat ein.
Letzeres ist zwar weniger aufwendig, dafür aber natürlich schwieriger, denn der Karton muss auf Anhieb millimetergenau aufgeklebt werden.
Mit dem Gedanken, dass ich ja die aufwendigere Lösung immer noch machen kann, habe ich mich fürs Letztere entschieden.
Hier die 'beschwerte Trockenphase' mit dem Sammelsurium an mehr oder weniger schweren Gewichten:

Irgendwann später, wenn es soweit ist, folgen noch Bilder vom fertigen Werk. 
Jetzt gibt es erstmal eine Unterbrechung für den Pflegeeinsatz....



Kommentare:

  1. Pure Kunstfertigkeit, das so exakt hinzukriegen. Ich wüsste nicht, wo ich anfangen sollte! Aber das mit den zu wenigen und zu kurzen Armen kenne ich aus anderen Bereichen auch... ;-)

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  2. Danke für die interessante Zusammenstellung. Man kann sich so erst richtig vorstellen wieviele Überlegungen und Arbeit in so einem Werk drin stecken.
    Und das alles neben einem Pflegeeinsatz. Ich wünsche dir viel Energie, und Ruhepausen ... die man gerade in solchen Situationen besonders braucht.

    Liebe Grüße von Heidi-Trollspecht

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